The Sun Will Rise and I Will Try Again

The Sun Will Rise and I Will Try Again

Fast ein ganzes Jahr habe ich meinen Blog links liegen gelassen und mich in diesem Irrgarten namens Internet wenig geäußert. Und wenn ich ehrlich bin, auch im echten Leben kaum. 2020 hat mich nicht zu Wort kommen lassen. Und es war an der Zeit anderen Stimmen zu zu hören.

Bei all diesen anderen Meinungen, Gedanken, Geschichten und Stimmen habe ich vergessen, was ich sagen möchte. Und sicherlich bedeutet das, was ich sagen möchte, nicht die Welt. Und definitiv möchte ich weiter Menschen zuhören, die viel zu lange nicht gehört wurden.

Aber ich habe Zuhören wollen mit Verstummen verwechselt und Raum geben wollen mit Verschwinden. Ich will mich niemanden aufdrängen und meine Meinung anderen Menschen unter die Nase reiben. Was ich aber will, ist Gutes teilen und Schönes und Liebe. Weil wir davon niemals genug haben können.

Ich liebe Musik. Das ist noch kitschiger als dieser Kalenderspruch, der der Titel dieses Beitrages ist. Aber es ist auch das Wahrhaftigste, Tröstende und Mutmachenste, was ich dieses Jahr empfunden habe. Immer und immer wieder. Und da wo Liebe ist, da kann weniger Hass sein. Wo ein Funken Glück und Dankbarkeit sind, da kann sich weniger Frust, Verzweiflung und Feindseligkeit ausbreiten.

Ich liebe Musik und diese Liebe breite ich hier aus.

Was ich auch liebe sind Schwesternschaft und Frauensolidarität. Feminismus ist vielleicht ein notwendiges Übel, um eine gerechtere Welt zu ermöglichen. Aber er ist mir auch immer Trost gewesen. Er erklärt Dinge. Er macht deutlich, dass verletzende Erfahrungen nicht individuelle Einzelschicksale, sondern kollektive Erfahrungen sind. Dass wir nicht allein sind. Deswegen werde ich hier auch Solidarität und Schwesternschaft ausbreiten.

Musik und Solidarität und Feminismus sind meine Basis, das Fundament auf dem ich stehe. Und darauf baue ich dann ein Haus des Zuhörens und der Intersektionalität und des Lautwerdens und des Füreinandereinsetzens. Ein offenes Haus, das flexibel umgebaut werden kann und das hoffentlich bald offene Fenster und sehr stabile Wände haben wird. Und einen schönen Garten sowieso.

Noch ist es so ein seltsamer Rohbau, aus Beton, mit Löchern statt Fenstern. In den letzten Tagen ist schon ein bisschen Licht in das Haus gefallen.
Das klingt dann so:

Foto: Yasmina Aust

 

 

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