7. Playlist: Für Marta

7. Playlist: Für Marta

Zeit ein wenig sentimental zu werden: Die August Playlist ist für meine kleine Schwester Marta. Denn wegen der gibt es diesen Blog überhaupt.

Vor ziemlich genau einem Jahr dachte ich darüber nach einen eigenen Blog zu starten. Ich schrieb schon für Musikmussmit über Musik und wusste deswegen eigentlich nicht, warum ich einen weiteren Musikblog anfangen sollte. Auch wenn ich nun mal am allerliebsten über Musik rede, schreibe, lese.

Dann sah ich ein Video des funk-Formats „Jäger und Sammler“. In dieser sprach die Radio-Moderatorin Salwa Houmzi über die geringe Frauenquote in der deutschen Musikszene. Ich teilte diese Doku auf meinem Facebook-Profil und meine Mutter kommentierte: „Marta hat auch schon gefragt, warum immer nur Männer im Radio singen“.

Und ich dachte: „Hold my drink!“

Das hat mich aufhorchen lassen. Es ist ja eine Sache, wenn unsere Gesellschaft noch nicht gleichberechtigt ist und Frauen in Medien weniger präsent sind und weniger vielfältig dargestellt werden. Und es ist genauso ärgerlich, wenn Frauen schlechter bezahlt werden und häufiger von Altersarmut betroffen sind und wenn einfach allgemein noch ein bisschen feministisch gehandelt werden muss. Sicher, da müssen wir was tun.

Aber sobald es nicht nur mich betrifft, sondern einen kleinen anderen Menschen, der seinen Weg in der Welt noch finden muss, dann ist wirklich Schluss mit lustig! Wenn meine kleine Schwester keine weiblichen musikalischen Vorbilder hat, dann: Hold my drink, ich regel das!

Vorbilder, Vorbilder, Vorbilder!

Ich möchte in einer Welt leben, in der meine Schwester es selbstverständlich findet, dass Frauen singen, Lieder schreiben, Gitarre oder Schlagzeug spielen. In einer Welt, in der sie ihre Leidenschaften und Interessen frei entfalten kann, weil sie weiß: andere Mädchen und Frauen haben es auch schon getan.

Marta singt und tanzt gern, sie spielt seit Kurzem Gitarre und ist ’ne kleine Rampensau. Kleine Jungs, die so sind brauchen nur das Radio einzuschalten und hören dort Männer, die auch so sind und mit denen sie sich identifizieren können. Für Mädchen gibt es weniger dieser Identifikationsfiguren. Und die, die besonders bekannt sind, empfinde ich als furchtbare Vorbilder.

Weibliche Perspektiven

Das zieht sich natürlich auch in andere Bereiche. In der Wissenschaft, der Technik, im Filmbusiness, überall fehlen weibliche Vorbilder. Da Musik aber besonders nah geht, uns emotional berührt und identitätsstiftend ist, finde ich es besonders wichtig, dass es vielfältige weibliche Idole in der Musik gibt.

Und die gibt es. Es gibt Frauen, die Gitarre spielen, Lieder schreiben, singen und Musik machen, die junge Mädchen als Vorbilder nehmen können. Sie brauchen nur mehr Sichtbarkeit. Darum gibt es meinen Blog. Im Grunde ist die August Playlist ein Reminder an mich selbst.

Für alle Teenie Fan Girls

In dieser Playlist findet ihr vor allem Frauen, die Gitarre spielen – weil meine Schwester Gitarre spielt. Und Frauen, die Musik machen, die ich als 15jährige gefeiert hätte. Sie erinnern mich an meine Teenie-Heldinnen Nelly Furtado, Natasha Bedingfield, Tori Amos oder Dido. Sie sind fröhlich, sensibel, aufgekratzt, verwirrt, neugierig und alles gleichzeitig. Ganz so, wie ich mich als Teenie gefühlt habe.

Diese Playlist ist für all die kleinen Martas, die Musik lieben. Und für all die großen Marias, die insgeheim für immer Teenie Fan Girls bleiben. Und für alle anderen, die gute Popmusik mögen.

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