Festival Playlist

Festival Playlist

Wo sind die Frauen, die auf den Festival Line-ups fehlen? Hier, auf meiner Festival Playlist!

Auf Festival Line-Ups fehlen die Frauen. Dass das Argument, es gäbe nicht genug Frauen, die gute Musik machen, Schwachsinn ist, beweist zum Beispiel meine Festival Playlist.

Glücklicher Weise wurde bereits im vergangenen Jahr die geringe Frauenquote auf Festivals diskutiert. Diverse Medien berichteten darüber und zeigten Festival Plakate auf denen alle Männerbands weggestrichen wurden – und dann nur noch drei, vier Bands übrig hatten. Nämlich die, in denen mindestens eine Frau dabei ist.

Es gibt auch posititve Entwicklungen. Zum Beispiel wurde die Initiative Key Change ins Leben gerufen. Gegründet von der PRS Foundation bemüht diese sich darum auf Festivals eine 50/50 Quote zu erreichen. Einige Festivals haben sich freiwillig dazu verpflichtet, bis 2022 diese Quote zu erreichen. Ein paar haben dieses Ziel schon dieses Jahr erreicht. Zum Beispiel das Primavera Sound in Barcelona oder das Puls Open Air bei München.

Auf den meisten Festivals fehlen Frauen

Das sind großartige Neuigkeiten und zeigt, dass es wirklich genug Frauen gibt, die sehr gut von Festivals gebucht werden können. Aber so lange der Großteil der wirklich riesigen Festivals weiterhin kaum weibliche Bands bucht und es in diesem Internet Kommentare à la „Frauen machen einfach nicht so gute Musik“ zu lesen gibt, brauchen Musikerinnen weiterhin mehr Sichtbarkeit.

36 Frauen auf der Festival Playlist

Auf meiner Festival Playlist fndet ihr Frauen, die ich auf einem Festival sehen möchte. Es sind 36 Frauen oder female lead Bands. Vielleicht werden es im Laufe der Zeit noch mehr. Einige davon habe ich live gesehen und weiß, dass sie definitiv große Bühnen einnehmen und Publikumsmassen mitreißen können, wie Feist, Angel Olsen, Kat Frankie oder HAIM. Bei Lorde, Christine and the Queens oder Lizzo bin ich mir auch hundertprozentig sicher, dass niemand den Kauf seines Festivalstickets bereuen würde.

Andere Acts entfalten ihren Charme vielleicht eher in einem kleineren Setting. Aber auch die gemütlichen, privaten Gigs dürfen ja nicht fehlen. Aldous Harding, Juliana Daugherty oder Lisa Morgenstern wären da geeignete Kandidatinnen.

Musik von Frauen ist kein Genre!

Und was wäre ein Festival ohne das Entdecken von Musikerinnen, die vielleicht einen Ticken zu speziell sind für die private Playlist, deren Live Performance aber dann doch fasziniert? Das wäre bei Julia Holter oder Jackie Lynn der Fall.

Hip Hop Fans kommen auf meinem Traum Festival auch nicht zu kurz. Ich hab Juju, Shirin David und Nadia Rose im Angebot. Für Menschen, die auf Festivals E-Gitarren brauchen, sind Deap Vally, Ilgen-Nur und Nilüfer Yanya auf meiner Festival Playlist.

Elektronischer wird’s mit Molly Nilsson und FKA Twigs und ROSALÍA bringt spanisches Temperament mit. Damit ist dann hoffentlich allen klar, dass „Musik von Frauen“ kein Genre ist.

Liebe Booker, schaut bitte auf diese Playlist, bucht diese Frauen, dankt mir später!

Also ich finde bei diesem imaginären Line-up ist schon alles dabei, was man sich für ein Festival wünschen kann. Von den großen Headlinern zu den Geheimtipps. Und das ist nur eine klitzekleine Auswahl. In jedem Genre gibt es noch etliche weitere Bands. Eigentlich sollte es gar nicht so schwer sein, reine Genre-spezifische Festivals nur mit weiblichen Acts zu bestücken.

Eine Übersicht über 365 weibliche MCs findet ihr zum Beispiel hier. Eine Playlist mit Bands mit mindestens einem weiblichen Mitglied, die im deutschprachigen Raum angesiedelt sind, hat Kat Frankie zusammen gestellt. Also auch das Argument, dass zum Beispiel amerikanische Künstlerinnen nicht so leicht nach Europa zu holen sind, zählt nicht.

Es gibt wirklich keine Ausreden mehr, warum nicht mehr Frauen auf den Festivalbühnen stehen sollten!

Habt ihr noch Favoritinnen, die ihr unbedingt mal auf einem Festival sehen wollt oder deren Performance ihr richtig gut fandet? Lasst es mich wissen, ich füge die Acts zur Playlist dazu.

nach oben